{"id":57,"date":"2020-06-11T17:03:52","date_gmt":"2020-06-11T15:03:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/?page_id=57"},"modified":"2020-12-07T18:49:37","modified_gmt":"2020-12-07T17:49:37","slug":"texte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/texte\/","title":{"rendered":"Texte"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile is-image-fill\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140160_2.jpg);background-position:50% 50%\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"683\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140160_2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-956\" srcset=\"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140160_2.jpg 683w, http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140160_2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>ICH &#8211; und die Rolltreppe<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Ich steige aus der U-Bahn aus und\u2026 da ist sie, die Rolltreppe.<br>Eigentlich ganz normal, wie immer &#8211; nur heute wirkt sie anders.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessiert (und nat\u00fcrlich auch zweckorientiert, geh doch nicht zu Fu\u00df!) betrete ich sie\u2026 sie ist lang &#8211; gleitet ruhig dahin\u2026 und pl\u00f6tzlich beginne ich zu sinnieren\u2026 \u00fcber das Leben\u2026 das Ziel\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4re doch sch\u00f6n, so ohne Anstrengung die Stufen des Lebens zu meistern &#8211; weiterkommen, ganz leicht &#8211; ohne Hindernisse, so wie auf der Rolltreppe \u2013 bis ganz hinauf zum Ziel.<br>Stolz stehe ich nun da &#8211; mitten auf der Rolltreppe &#8211; &nbsp;zufrieden, brauch keine Hilfe\u2026 hmmmm\u2026 Ja, das w\u00e4r was\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Rummmms! Stillstand! Anscheinend ein Stromausfall\u2026<br>Ich muss lachen.<br>Ist das Leben nicht eigenartig? Gerade jetzt, so mitten in diesen Gedanken?<br>Na gut, geh ich halt den Rest zu Fu\u00df, so wie immer im Leben\u2026<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-default\"\/>\n\n\n<h4><strong>ICH &#8211; und der Fremde<\/strong><\/h4>\n<p>Hmmm\u2026 den kenn ich doch? Aber wo hab ich das Gesicht schon mal gesehen\u2026?<\/p>\n<p>Ich sitze auf einer Bank im Stadtpark und gr\u00fcbleseit etwa 20 Minuten, wer wohl jene mir vermeintlich bekannte Person im dunkelblauen, schicken Anzug schr\u00e4g gegen\u00fcber sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eAus der Firma kenne ich ihn nicht, sicher nicht- das ist schon mal klar. Aber eine andere Art fl\u00fcchtiger Bekanntschaft, da bin ich mir ganz sicher. Nicht jemand, der mir nahe steht, aber doch eine Person, die ich kennen sollte\u2026 zumindest denke ich das.<\/p>\n<p>Da, sein Blick geht seitlich und wir schauen uns f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde in die Augen. Keine Reaktion von ihm\u2026 also gut, er d\u00fcrfte mich nicht kennen\u2026 anscheinend\u2026 oder vielleicht doch? Irgendwie bemerke ich, dass nun auch er \u00fcberlegt, ob ich ihm wiederum nicht bekannt vork\u00e4me. Gr\u00fcbelnd sitzen wir also vereint in unserer vernebelter Ahnung schr\u00e4g vis-a-vis im Stadtpark und versuchen unsere peinliche Unkenntnis zu verschleiern\u2026 auch das eint uns.<\/p>\n<p>Ich \u00fcberspiel das alles vorerst und wende nun meinen Kopf und damit auch die Aufmerksamkeit kurzfristig einem auftauchenden Drehorgelspieler zu\u2026 nett, denke ich. Fasziniert beobachte ich die tanzenden Orgelpfeifen und ich f\u00fchle mich wieder in die Kindheit versetzt. \u201eKindheit?! Das k\u00f6nnte vielleicht sein\u2026\u201c, fast h\u00e4tte ich schon meinen mir bekannten Unbekannten vergessen und da bringen mich die Erinnerungen wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Verstohlen blicke ich in Richtung der Parkbank und anscheinend d\u00fcrfte auch er kurz in die Welt der Orgelpfeifen eingetaucht sein.&nbsp;<\/p>\n<p>Das ist meine Chance!<\/p>\n<p>Musternd tastet mein Blick jede mir noch so Hoffnung gebende Stelle einer m\u00f6glichen L\u00f6sung seiner Identit\u00e4t ab. Angestrengt pr\u00fcfe ich in mit verengten Augen meine seit Kindestagen aufgebaute Datenbank in meinem Hippocampus. Mein Atem wird kurz, ich beginne zu starren und\u2026 ich bemerke erst jetzt, dass er fast \u00e4ngstlich ebenfalls zu mir her\u00fcber schaut.<\/p>\n<p>\u201eUps\u201c, entkommt es mir,\u201eich glaube er hat es bemerkt\u201c\u2026 wobei ich mich schon fast \u00fcber mich selbst wundern muss\u2026 \u201eich glaube\u201c\u2026 offensichtlicher kann er mir gar nicht signalisieren, dass ich ihm grad eine H\u00f6llenangst eingejagt habe.<\/p>\n<p>Tja, damit ist jetzt wohl die Zeit der Demaskierung angebrochen. Ich stehe auf und begebe mich mit einem breiten Grinser, der mein Gegen\u00fcber sichtlich nicht beruhigt, in Richtung m\u00f6glichen ehemaligen Schulfreund. Etwas nerv\u00f6s rutscht Herbert (so denke ich hat doch der Retzinger in der vorletzten Bank neben dem Fenster gehei\u00dfen) auf der Parkbank hin und her und sein Mund versucht nun ebenfalls angestrengt ein freundliches L\u00e4cheln zu formen\u2026 die Betonung liegt auf versucht, da Herbert dreinschaut, als h\u00e4tte er 7 Kilo Zitronen verputzt und abschlie\u00dfend eine Melone quer im Mund platziert\u2026<\/p>\n<p>Ein nettes, eisbrechendes \u201eHallo\u201c w\u00e4re jetzt gut und ich setzte dem auch noch ein fragendes \u201eHerbert?\u201c nach.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Erstarrung sch\u00fcttelt Herbert vehement den Kopf, springt auf und sucht rasch das Weite. Aus sicherer Entfernung h\u00f6re ich nur noch ein \u201eMichael, Michael Leidinger!\u201c<\/p>\n<p>Oh! Stimmt\u2026 mit ihm hatte mich meine Exfreundin betrogen\u2026<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-default\"\/>\n\n\n<h4><strong>ICH- und die Stille<\/strong><\/h4>\n<p>Still ist es\u2026 wie sehr sehnt man sich doch nach dieser Empfindung- Ruhe, keine st\u00f6renden Ger\u00e4usche, keine k\u00fcnstlichen Technikerg\u00fcsse, keine tierischen Klagelaute und vor allem kein menschliches Geplapper- wie sch\u00f6n!<\/p>\n<p><em>\u201eNur\u2026 jetzt? Warum jetzt!?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ich hab\u2019s n\u00e4mlich mit letzter Kraft aufs WC geschafft, wozu mir kurz zuvor, nach einer \u00fcberaus \u00fcppigen Schlemmerei, mein Verdauungstrakt schmerzvoll, vehement und daher sehr z\u00fcgig geraten hat.<\/p>\n<p>Und just in dem Moment, nachdem alles perfekt abgelaufen war (freundlich l\u00e4chelnd hatte ich \u201erein zuf\u00e4llig\u201c zu jenem Zeitpunkt die Tischgesellschaft verlassen und mich locker l\u00e4ssig auf die freie Toilette begeben) und nun der befriedigende, wie leider auch schallpegeltechnische H\u00f6hepunkt erreicht w\u00e4re, erlischt mit einem Augenblick jegliche akustische Regung au\u00dferhalb meines noch stillen \u00d6rtchens.<\/p>\n<p><em>\u201eEcht jetzt! Das kann jetzt aber nicht sein!\u201c,<\/em> sind meine ersten Gedanken, <em>\u201eDas h\u00f6ren die doch! Es ist zwar das Vorzimmer dazwischen, aber keine T\u00fcre und der Esstisch gleich danach\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ich lausche. Nichts. Keine lockeren Plaudereien \u00fcber belanglose Wetterkapriolen oder hitzige Debatten \u00fcber die Notwendigkeit einer Altersvorsorge, ja nicht einmal ein einzelner, enthusiastischer Geschichtenerz\u00e4hler, der den Fokus auf sich zieht!<\/p>\n<p>UND es ist auch mehr als kurios, dass gerade in diesem Moment auch der CD-Player aufgeh\u00f6rt hat zu spielen\u2026 oder vielleicht ist das sogar der Grund &#8211; toll!<\/p>\n<p>Selbst dieser nervt\u00f6tende K\u00f6ter (Beethoven sein Name und wie sinnig: mein Schicksal) ist in diesem Augenblick still\u2026 hat er doch fast den ganzen Abend kl\u00e4ffend seinen Beitrag zu dieser Essenseinladung geliefert.<\/p>\n<p>Ich schwitze\u2026 \u201eKlar &#8211; so eine innerliche Explosion zeitlich hinauszuschieben bedarf anscheinend einer Menge an Energie. Ich k\u00f6nnte ja was singen\u2026 wobei\u2026 ein Liedchen aus dem Klo? Und vor allem &#8211; was soll ich singen? Jetzt tut\u2019s aber schon ein bisserl weh\u2026 Kann bitte irgendwer irgendwas Ger\u00e4uscherzeugendes unternehmen?! Mir kommt vor, dass alle lauschen, neugierig sind und nur darauf warten, was ich gleich von mir gebe.\u201c<\/p>\n<p>Da habe ich endlich die Idee!<\/p>\n<p>Ich dr\u00fccke die Sp\u00fclung: <em>\u201eHerrlich\u201c,<\/em> denke ich, <em>\u201eendlich ein Ger\u00e4usch!\u201c<\/em> \u2026und es hat etwas von einer Ouvert\u00fcre, denn nun folgt ein Husten von mir, mit gleichzeitigem L\u00f6sen der Verkrampfung meiner Darmmuskulatur und mit einem lauten Pfeifen von \u201eAlle meine Entchen\u201c setze ich zum Finale an.<\/p>\n<p><em>\u201eErl\u00f6sung! Hach\u2026 wie ist das sch\u00f6n!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Erleichtert und mit ein wenig Restunsicherheit &#8211; es k\u00f6nnte ja vielleicht trotzdem h\u00f6rbar gewesen sein &#8211; kehre ich zum Esstisch zur\u00fcck und\u2026 schaue ins Leere.<\/p>\n<p><em>\u201eWo sind denn alle?\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eAh\u2026 da auf der Terrasse.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In der N\u00e4he wurde gerade ein riesiges Feuerwerk in den Nachthimmel geschossen und das zog alle in seinen Bann und damit ins Freie.<\/p>\n<p><em>\u201eMeine G\u00fcte, all diese Qualen f\u00fcr nichts\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p>Mit einem L\u00e4cheln stehe ich da, am\u00fcsiere mich ein wenig \u00fcber mich und meine leidvolle Klogeschichte und bewundere die farbtr\u00e4chtigen Bilder in dieser so wunderbaren, kalten sternenklaren Nacht.<\/p>\n<p><em>\u201eNa toll!\u201c <\/em><\/p>\n<p><em>\u201eMuss das jetzt sein!\u201c <\/em><\/p>\n<p><em>\u201eGeh bitteeee!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Err\u00f6tet steh ich da, inmitten meiner Freunde.<\/p>\n<p>Akkurat in die, mit einer Bruchteil von einer Sekunde dauernde Stille zwischen 2 explodierenden Feuerwerksk\u00f6rpern, war mir mit einem Paukenschlag ein Schas entfleucht\u2026<\/p>\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-image-fill\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\" style=\"background-image:url(http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140354-e1607336022475.jpg);background-position:50% 50%\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"642\" height=\"970\" src=\"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140354-e1607336022475.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-942\" srcset=\"http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140354-e1607336022475.jpg 642w, http:\/\/www.sandraskok.com\/thomas\/wp-content\/uploads\/P1140354-e1607336022475-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der Gedanke<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Gedanke grausam- Phantasie-warum qu\u00e4lst du mich<br>mit deinen unfertigen Tatsachen!<br>Du bist doch nicht real, ziehst mich in dein Schattenreich,<br>saugst an meiner Lebensenergie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Welch Kuriosit\u00e4ten erdenkst du- fern jeglicher Vernunft<br>Und trotzdem\u2026 so sp\u00fcrbar echt\u2026<br>wohin willst du mich begleiten- f\u00fchrt der Weg-<br>ich lieg doch schon gebrochen vor dir\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Lass mich in Ruhe! &#8211; Geh! &#8211; Verschwind! &#8211; schenk mir wieder Luft zu atmen!<br>Ich brauch dich nicht und trotzdem bleibst du,<br>zerst\u00f6rst mein restliches Sein\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Gewonnen hast du- ich bin nicht mehr ich-<br>Ein vergang\u2019nes Fragment meiner selbst\u2026<br>so vegetier ich dahin\u2026 gab dir den Raum\u2026<br>gedankenlos, das m\u00f6chte ich sein\u2026<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong>Herbst<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: center;\">Traurig und gebrochen- gleich den Tagen im Herbst,<br>falle ich- den Boden unter den F\u00fc\u00dfen verlierend- immer tiefer\u2026<br>gleich den Bl\u00e4ttern in den Tagen im Herbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Liege nun da- abgefault und ohne Seele- gleich dem Blatt in den Tagen im Herbst.<br>Zerfalle, verwelke- pulsierender Schmerz- nichts mehr da-<br>Nur der St\u00e4ngel\u2026 gleich dem in den Tagen im Herbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">K\u00e4lte erwartend und Trostlosigkeit, gleich den Tagen im Herbst\u2026<br>vergeh\u2018 ich ganz langsam- ein Ende das naht- immer stiller es wird\u2026<br>gleich dem Winter nach den Tagen im Herbst\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ICH &#8211; und die Rolltreppe Ich steige aus der U-Bahn aus und\u2026 da ist sie, die Rolltreppe.Eigentlich ganz normal, wie immer &#8211; nur heute wirkt sie anders. 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